Den richtigen Hypnosetherapeuten oder die richtige Hypnosetherapeutin in der Schweiz finden

So wählst Du seriös und passend aus

Einfach diese Checkliste Punkt für Punkt durchgehen.

Hypnotiseur oder Hypnosetherapeut Schweiz – diese Titel sind nicht geschützt. Jede Person darf sich so nennen, ohne dass es eine staatliche Prüfung oder Zulassung braucht. Das ist mit ein Grund, warum Krankenkassen in der Regel die Kosten für Hypnose nicht übernehmen. Und genau deshalb lohnt es sich, dass Du Dir Zeit nimmst, um den richtigen Hypnosetherapeuten oder die richtige -Therapeutin für Dich zu finden. Die folgende Checkliste mit den wichtigsten Fragen hilft Dir, rote Flaggen zu erkennen und jemanden auszuwählen, dem Du wirklich vertraust.

Die Punkte sind nicht nach Wichtigkeit sortiert. Beantworte jede Frage für Dich ehrlich – am besten bevor Du die erste Sitzung buchst.

1. Welche Ausbildungen und Weiterbildungen hat Dein potenzieller Hypnosetherapeut?

Konsultiere die Website oder frag konkret nach:

  • Welche Ausbildungen hat die Person gemacht?

  • Bildet sie sich regelmässig (mind. jährlich) weiter?

  • Hat sie bei verschiedenen Schulen/ Instituten gelernt oder alle Kurse bei ein und demselben Anbieter besucht?

  • Musste die Person eine praktische Prüfung vor Experten ablegen?

Vielfalt in der Ausbildung spricht meist für breitere Fähigkeiten. Wer nur eine einzige Methode kennt, ist vielleicht darin ein echter Spezialist – aber wenn genau diese Methode bei Dir nicht greift, hat er oder sie oft keine guten Alternativen.

Die Wichtigkeit von Prüfungen kann man nicht unterschätzen: Bei vielen Ausbildungen genügt die eigene Anwesenheit und Teilnahme an den Übungen. Einige haben schriftliche Prüfungen, z.B, OMNI, wobei ich noch nie erlebt hätte, dass jemand die Prüfung nicht besteht, Dann gibt es noch praktische Prüfungen, bei denen nebst Kursleitenden interessierte Teilnehmer über zuschauen oder Du auf einer Bühne vor allen eine Session durchführen musst.

Trau Dich, nach den Prüfungen zu fragen. Es lohnt sich: Du möchtest ja nicht, dass Deine Person unter Druck einknickt. Denn immerhin, vertraust Du ihr Wichtiges an.

Wichtiger Hinweis zu Verbänden in der Schweiz Verbände wie SBVH (Schweizerischer Berufsverband für Hypnosetherapie), GHYPS (Gesellschaft für klinische Hypnose und Hypnotherapie Schweiz) oder SMSH (Schweizerische Ärztegesellschaft für Hypnose) sind m.M.n. kein gutes Orientierungs-Signal bzw. keine Garantie für Qualität. In der Praxis genügt es bei den meisten Verbänden, einen bestimmten Kurs bei einer vom Verband anerkannten Schule zu absolvieren, um aufgenommen zu werden. Danach sollte man zwar meist Weiterbildungs-Punkte sammeln, aber es gibt keine einheitliche, strenge staatliche Prüfung oder Qualitätskontrolle. Mitgliedschaft ersetzt also nicht Dein eigenes Bauchgefühl und die anderen Kriterien in dieser Liste.

2. Welche Philosophie vertritt die Person?

Passt ihre Grundhaltung zu Dir?

Manche arbeiten rein pragmatisch und lösungsorientiert, andere integrieren spirituelle oder esoterische Elemente. Meine Philosophie ist Hypnose ohne Bullshit. Andere wenden sich Engeln, Naturgeistern etc. zu.

Frag Dich: Soll die gewünschte Veränderung durch Dich geschehen oder durch “andere Wesen”? Sollen die Veränderungen aus Deinen eigenen inneren Ressourcen kommen oder von „aussen“ übertragen werden?

Je mehr die Philosophie mit Deinen Überzeugungen übereinstimmt, desto leichter kannst Du die Veränderung annehmen. Am Schluss ist wahrscheinlich für Dich das am Besten, was am besten zu Dir passt.

3. Welche Therapieformen bietet die Person an?

Bietet die Person Hypnose(therapie) und Coaching an oder bietet sie gleichzeitig auch Ernährungsberatung, Manuelle Therapien, Labor-Analysen, Search Engine Optimization , Business-Coaching, Pflanzenheilkunde, Mikronährstoffe und sonst noch alles Mögliche an? 

Auch wenn der Mensch nach meiner Auffassung ganzheitlich betrachtet werden sollte, zweifle ich ein Bisschen, wenn eine Person sich auf zu viele Sachen “spezialisiert”. Womöglich fehlt es ihr an der nötigen Tiefe im benötigten Gebiet.

4. Passt Alter und Lebenserfahrung?

Möchtest Du jemanden in Deinem Alter oder mit ähnlichen Lebenserfahrungen? Jemanden mit deutlich mehr Lebensweisheit? Oder eher eine jüngere Person, die frischen Wind und “neuere” Betrachtungsweisen in Deine Angelegenheit mitbringt?

Es gibt kein Richtig oder Falsch – hör auf Dein Bauchgefühl.

5. Wie kompetent und transparent wirkt die Person im direkten Kontakt?

  • Bekommst Du kompetente Antworten auf Deine Fragen? Oder bekommst Du die antrainierte “Ja, dieses Problem behandeln wir ständig”-Antwort?

  • Nimmt sich die Person Zeit für Deine Fragen vor der Sitzungsbuchung?

  • Oder heisst es: „Wir können alle Fragen an der Sitzung beantworten“?

Mein Tipp: Die besten Hypnosetherapeuten, die ich kenne, bieten ein ausführliches, kostenloses Vorgespräch an – persönlich oder per Video. Erst wenn beide Seiten „Ja, das passt“ sagen, kommt es zur Sitzung. Wenn Du sofort bezahlen und buchen musst, um überhaupt Antworten auf Deine FRagen zu bekommen, ist das für mich ein Warnsignal.

6. Macht die Person Heilversprechen?

Wenn jemand Dir - egal zu welchem Zeitpunkt - eine Heilung von Deinem Leiden verspricht, solltest Du das Weite suchen.

Solche Aussagen verstossen häufig gegen

  • das Heilmittelgesetz (HMG),

  • das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)

  • und im Extremfall sogar gegen Strafgesetzbuch Art. 146 (Betrug).

Seriöse Hypnosetherapeuten in der Schweiz machen keine Heilversprechen. Sie erklären Dir ehrlich Chancen, Grenzen und Verantwortungsbereiche.

7. Wird „Für jedes Problem nur eine Sitzung“ versprochen?

Manche Hypnose-Schulen werben damit, dass jedes Problem in nur einer einzigen Sitzung dauerhaft gelöst werden kann. Das klingt natürlich sehr verlockend – wer möchte nicht schnell und mit möglichst wenig Aufwand von einem alten Leidensdruck befreit werden?

Allerdings lohnt es sich, genauer hinzuschauen:

  1. Die Erfolgsmessung ist schwierig: Wenn jemand nach einer Sitzung spürt, dass das Problem immer noch da ist, bucht er in den meisten Fällen keine zweite Sitzung. Stattdessen denkt er oft: „Hypnose bringt bei mir nichts“ – und sucht sich eine andere Methode. Der Hypnotiseur erfährt davon meist gar nichts und kann sich weiterhin sagen: „Bei mir hat es geklappt.“ Das führt zu einer verzerrten Erfolgsstatistik.

  2. Selbst prominenter Vertreter dieser Richtung räumt Grenzen ein: Hansruedi Wipf (selbst Leiter einer solchen „One-Session“-regressionsorientierten Schule) hat in einem Interview mit Karl Smith kürzlich eingeräumt, dass es multifaktorielle Probleme gibt – also Themen, deren Ursachen und Aufrechterhaltungsmechanismen so komplex und vielschichtig sind, dass sie sich nicht immer vollständig in nur einer Sitzung bearbeiten lassen.

Fazit für dich als Interessent*in: Eine seriöse Hypnosearbeit kann in manchen Fällen tatsächlich erstaunlich schnell und tiefgreifend wirken – das ist keine Frage. Aber die Aussage „jedes Problem in nur einer Sitzung“ ist sehr absolut formuliert und wird der Realität vieler Menschen nicht immer gerecht.

Sei skeptisch bei solchen Versprechen.

8. Stellt die Person viele absurde Bedingungen?

Stell dir vor, du schaust dir die Website eines Hypnotiseurs an und liest dort folgende „Nachsorge-Regeln“: Vor und nach der Sitzung kein Kaffee trinken. Nach der Hypnose kein Pfeffer essen. Und bitte keinen Sex haben – sonst könnte die Wirkung gefährdet sein.

… äh, Moment mal? 😅

Wenn jemand extra solche strengen Verbote aufstellt, darf man sich schon fragen: Wie stabil und robust ist diese Hypnose eigentlich? Besonders pikant wird es, wenn die Hypnose ausgerechnet bei Themen rund um Sexualität helfen soll (Libidoverlust, Blockaden, Ängste im Intimbereich usw.). Da wirkt so eine Regel dann doch etwas widersprüchlich – oder zumindest sehr vorsichtig.

Klar: Jede*r kann den eigenen Erfolg selbst sabotieren. Man kennt das von Rauchstopp-Hypnosen: Kaum ist die Sitzung vorbei, zünden manche erst recht eine Zigarette an, „um zu testen, ob es wirklich hält“. Das ist dann aber Sabotage durch den Klienten – nicht mangelnde Wirksamkeit der Methode.

Wenn jedoch der Hypnotiseur oder die Hypnotiseurin sich vorher so massiv absichert (mit Verboten, die fast schon an magische Rituale erinnern), drängt sich der Eindruck auf: Vielleicht ist da jemand von der eigenen Methode nicht ganz so überzeugt, wie die Werbung suggeriert.

In einer guten, modernen Hypnosearbeit braucht es in der Regel keine derart extremen Einschränkungen.

9. Das Allerwichtigste: Vertraust Du der Person? (1-von-4-Regel)

Von vier Menschen, die Du triffst, kann Dich eine nicht ausstehen, zwei sind neutral und eine findet Dich super. Nutze diese selektive Faszination!

Geh zu jemandem, bei dem Du sofort spürst: „Hier kann ich wirklich alles erzählen.“ Nur dann entsteht die nötige Tiefe und Offenheit.

Das Vorgespräch zeigt es Dir schnell. Und ja: Auch der Hypnosetherapeut darf und soll ablehnen, wenn er merkt, dass es kein Match gibt. Das ist professionell – nimm es nicht persönlich.

Das ist wirklich die wichtigste Regel

Fazit: So findest Du den richtigen Hypnosetherapeuten in der Schweiz

Achte auf fundierte und vielfältige Ausbildungen, eine zu Dir passende Philosophie, realistische Aussagen und vor allem: Vertrauen.

Ein gutes, offenes Vorgespräch ist Gold wert. Nimm Dir die Zeit – es lohnt sich.

Hast Du noch Fragen zur Auswahl eines seriösen Hypnosetherapeuten in der Schweiz? Schreib mir gerne eine E-Mail.

Möchtest Du erst einmal Trance-Luft schnuppern, bevor Du live startest? Hier geht’s zu meinem Selbsthypnose-Paket.

Viel Erfolg bei Deiner Suche – und hoffentlich findest Du bald den richtigen Hypnosetherapeuten für Dich!

 
 

 
 

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Disclaimer: Ich weise darauf hin, dass ich in diesem Artikel ausschliesslich meine persönliche Meinung und Kenntnisse wiedergebe und keinen Anspruch darauf erhebe, vollständige oder umfassende Informationen zu bieten. Ich bin ausserdem weder befähigt noch berechtigt, medizinische Diagnosen zu stellen oder professionelle Beratung in diesem Bereich anzubieten.

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