Kann Künstliche Intelligenz Hypnosetherapeuten ersetzen?
Kann Künstliche Intelligenz Hypnosetherapeuten ersetzen?
Als Hypnotiseur in Bern begegne ich dieser Frage immer öfter – vor allem von Freunden und Familie, die sich Gedanken zu meiner Zukunft machen.
Die kurze Antwort: Nein.
Die lange Antwort richtet sich direkt an Dich als potenziellen Klient*in: Was bedeutet das alles eigentlich für Dich? Was spürst du im Alltag, wenn du zwischen einer KI-App und einer echten Hypnosetherapie-Sitzung wählst?
Ich habe den aktuellen Stand (2026) aus seriösen Quellen und eigener Praxiserfahrung zusammengefasst – ehrlich, ohne BS.
Die Vorteile von KI-Tools – das, was dich sofort anspricht
Einige Leute, die zu mir kommen, haben vorher schon (KI-)Apps ausprobiert. Und ja, sie haben ihre echten Stärken:
Rund-um-die-Uhr verfügbar – mitten in der Nacht, wenn die Gedanken rasen und niemand erreichbar ist
Anonym & kostengünstig – keine Scham, keine hohen Rechnungen, kein Terminstress
Schnell personalisiert – du gibst ein paar Sätze ein und bekommst in Sekunden ein Entspannungs-Skript, Affirmationen oder eine geführte Selbsthypnose
Guter Einstieg – besonders wenn du aus finanziellen Gründen, wegen Stigmatisierung oder wegen Entfernung noch nie eine Therapie gemacht hast
Apps können vielen wirklich dabei helfen, erste kleine Schritte zu machen. Das ist wertvoll und ich würde das niemandem madig machen.
Was du bei einem echten Hypnosetherapeuten spürst – und bei KI fehlt
Hier kommt der Punkt, der für die meisten meiner Klientinnen den entscheidenden Unterschied macht:
1. Echte Verbindung & Rapport – du wirst wirklich gesehen
Wenn du in meiner Praxis liegst (oder bei einer anderen qualifizierten Kollegin), passiert etwas, das eine App nicht kann: Ich nehme wahr, wie du sprichst. Deine Stimme wird leiser, stockt, die Atmung verändert sich, dein Körper spannt sich an – auch wenn Deine Worte neutral klingen.
Genau in diesem Moment merke ich die Veränderung: Ich hake nach, oder werde langsamer, mache eine Pause, wähle andere Bilder oder Formulierungen. Das ist Rapport – und Studien zeigen: 88 % der Hypnosetherapeuten halten das für den wichtigsten Erfolgsfaktor.
Ohne dieses Gefühl von „hier bin ich sicher und werde verstanden“ bei der Klientin bleibt Hypnose meist oberflächlich. Eine KI merkt solche feinen Signale nicht – sie reagiert immer gleich freundlich, aber nie wirklich persönlich.
2. Empathie, die Gewicht hat – weil sie endlich ist
Wenn ich Dir zuhöre und dich durch eine schwere Emotion begleite, kostet mich das echte Energie: Aufmerksamkeit, emotionale Präsenz, Zeit. Gerade weil diese Ressourcen bei mir begrenzt sind, spürst du: „Ich bin ihm wichtig.“
KI kann unbegrenzt nett sein – für Tausende gleichzeitig, ohne je müde zu werden. Genau diese Unendlichkeit nimmt der Zuwendung die Tiefe. -Zum Beispiel hat eine Studie aus 2024 gezeigt: Sobald Menschen wissen, dass ein tröstender Text von KI kommt, fühlt er sich deutlich weniger bedeutungsvoll an.
Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Dein menschliches Gegenüber mit einfachen Floskeln antwortet?
3. Sicherheit in schwierigen Momenten – echtes Urteilsvermögen
In Hypnose kommen manchmal unerwartete Dinge hoch: starke Gefühle, alte Erinnerungen oder sogar krisenhafte Gedanken.
Eine App schickt kann meist nur Standard-Antworten schicken: Atemübungen, Links oder Affirmationen. Sie sind also schon nicht geeignet, solch starke Gefühle hochkommen zu lassen.
In Tests haben ausserdem Chatbots klare Risikosignale (z. B. Jobverlust + Fragen zu hohen Brücken) komplett übersehen. In Kalifornien sind mehrere Gerichtsverfahren hängig, weil KI vom Aufsuchen eines Mental-Health-Spezialisten abgeraten hat.
Ich bin dafür ausgebildet: Ich erkenne Warnsignale, bleibe ruhig, schätze die Situation ein und leite dich sicher durch – oder organisiere bei Bedarf weitere Hilfe. Das ist menschliche Intuition plus jahrelange Erfahrung.
4. Feingefühl für deine persönliche & kulturelle Welt
Du bringst deine ganze Geschichte mit: wie Gefühle in deiner Familie ausgedrückt wurden, deine Werte, deine Herkunft. Was für dich „Not“ bedeutet, kann für jemand anderes etwas ganz anderes sein.
Aktuelle KI vereinfacht oder missversteht solche Nuancen oft. Ich lerne mit dir – passe mich an, frage nach, passe die Sprache an. Das braucht aktive Bemühungen, Dich zur Selbstreflektion zu pushen. Aber das braucht Zeit, ist aus Sicht der KI ineffizient und genau das lässt Veränderung wirklich sitzen.
Wo KI für Dich trotzdem eine gute Ergänzung sein kann
Beim Organisieren von täglichen Aufgaben, damit Du mehr Zeit für Dich hast. Ansonsten würde ich mein Wohlbefinden in keinem Fall der KI überlassen. Zu individuell sind Bedürfnisse, als dass ich mich einer Massen-Software anvertrauen würde.
Beruflich nutze ich KI, um Bilder, wie das in diesem Beitrag, zu generieren oder für einen Feinschliff meiner Texte.
Mein Fazit für Dich
KI ist ein starkes Hilfsmittel im Alltag – aber kein Ersatz für die lebendige, einfühlsame Begegnung, die echte Veränderung ermöglicht.
Je mehr Algorithmen unseren Alltag übernehmen, desto wertvoller wird für viele genau diese authentische menschliche Verbindung. Daher rate ich auch von Unterhaltungen mit KI ab und empfehle, echte Beziehungen zu knüpfen.
Wenn du spüren möchtest, wie es sich anfühlt, wirklich gesehen und individuell begleitet zu werden, dann melde dich gerne für ein erstes unverbindliches Gespräch. Du merkst schnell, ob diese Art von Rapport für dich passt.
Und falls du schon KI-Apps nutzt: Bring sie mit – wir können sie sogar zusammen einsetzen, damit du zwischen den Sitzungen optimal unterstützt bist.
Was ist dein grösstes Thema gerade? Schreib mir – ich antworte persönlich.
Herzlich,
Rody
Hypnotiseur, Bern
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Disclaimer: Ich weise darauf hin, dass ich in diesem Artikel ausschliesslich meine persönliche Meinung und Kenntnisse wiedergebe und keinen Anspruch darauf erhebe, vollständige oder umfassende Informationen zu bieten. Ich bin ausserdem weder befähigt noch berechtigt, medizinische Diagnosen zu stellen oder professionelle Beratung in diesem Bereich anzubieten.